Kleine Studenten an der Kinderuni
Die Kinder der 2. - 4. Klasse sowie der 5. + 6. Klasse besuchten die Vortragsreihe an der Goethe-Universität in Frankfurt
Ein seit langen Jahren gehegter Wunsch ging endlich in Erfüllung: sowohl die Siedler (2. – 4. Klasse) als auch die Eroberer (5. + 6. Klasse) der Freien Schule Seligenstadt durften an der begehrten Vorlesungsreihe der „Kinderuni“ an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität in Frankfurt teilnehmen. Mit dem Vortag “Genug Wasser für alle - wie schaffen wir das?“ beschäftigten sich die Eroberer, wohingegen die Siedler zum Thema „Vom Abfall zur Energie“ eingeladen waren. Doch bevor die theoretisch-wissenschaftliche Arbeit beginnen konnte, musste die praktisch-transporttechnische Aufgabe gelöst werden.
Guten Mutes machten sich 25 Kinder der 2. – 4. Klasse sowie drei Erwachsene mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf in die Metropole Frankfurt.
An der Holzhausenstraße hieß es aussteigen und die Kinder wurden überwältigt von der Vielzahl und Vielfalt an Menschen, denen sie begegneten. Ständig hieß es „durchzählen!“ und so kamen allesamt in einem riesengroßen Hörsaal für ca. 800 Personen in der Goethe-Uni an. Das Auditorium mit seiner Sitzanordnung von oben nach unten und den einzelnen Klapptischen war das nächste Highlight, welches die Kinder ausgiebig zu erforschen hatten.
Und schließlich begann der eigentliche Grund der langen Reise: Prof. Dr. Eckhard Boles und zwei Assistentinnen wiesen die Kinder in den Ablauf der Vorlesung ein. Per Leinwand-übertragung konnten sie die Experimente verfolgen und die anschließend gestellten Fragen durch das Hochhalten einer grünen bzw. roten Karte mit „gut“ oder „schlecht“ bewerten. Ausführungen darüber, wie aus Abfall Energie gewonnen werden kann, rundeten die Inhalte der Kinderuni ab.
Nach soviel Aufregung und Arbeit, wollte auch ein banales Bedürfnis gestillt werden: der Hunger. Jeder Ministudent erhielt einen Studienausweis, der ihn berechtigte in der Mensa zu essen. Und nun kam für viele der eigentliche Höhepunkt des Tages: mit eigenem Tablett reihte man sich in eine lange Schlange Studierender ein erhielt für kleines Geld entweder Pommes mit Fischstäbchen oder Nudeln mit Soße, Suppe oder Salat, ein Getränk nach Wahl und noch einen Nachtisch. Wow – das Studentenleben ist super! Eigenständig wurde an der Kasse bezahlt und dann ging es ab zum Verzehren.
Um nach soviel Spannendem ein wenig zu entspannen wurde auf dem weitläufigen Campus „Zublinzeln“ gespielt und dann traten die Siedler ihre nicht weniger aufregende Rückreise durch den Großstadtdschungel Frankfurts an.
In den kommenden Tagen wurde im beschaulichen Klein-Welzheim die erhaltene Informationsflut aufgearbeitet, indem Versuche nachgestellt und dokumentiert wurden. Fragt man die Kinder, welche Schlüsse sie aus ihrem Ausflug ins wahre Leben ziehen, hört man immer wieder: “Ich will Forscher werden und Abfall studieren.“
Text: Christiane Disser
Foto: Angela Groh


